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Fahrradtour von Ebeltoft über die Djursland Halbinsel

 
Standort
Datum

Uhrzeit

 
Do. 03.07.08

24.00

 
geographischer Ort
Längen-/Breitengrad
   
 

 

Tagesereignisse
 
 

Heute ist 'Hafentag' in Ebeltoft und der Tag für die Nachforschung von Jugenderinnerung. Im Jahr 1966 - ein ziehmlich verregneter Sommer während der für Deutschland (im Endspiel gegen England) siegreichen WM - war ich mit der Familie in einer kleinen Pension in der näheren Umgebung von Ebeltoft. Trotz verschwommener Erinnerung bin ich sicher, das Haus wiederzuerkennen, wenn ich es sehe. Nach dem Frühstück befrage ich die Dame im Touristenbüro, wo ich nähere Informationen und eine Karte der Umgebung bekomme. Dann besuche ich das Zentrum von Ebeltoft, wo ich in der Morgensonne über einem Cappucino mit Volvo in Hamburg telefoniere, um mir wenn nötig eine Ersatzpumpe nach Kopenhagen schicken zu lassen - ich soll zuerst einmal versuchen, dort eine zu bekommen. Schon gestern abend hatte ich einen Fahrradverleih ganz nah beim Hafen gefunden, wo ich jetzt so gegen zwölf Uhr tatsächlich ein prima Rad bekomme.
Aufgrund verschiedener Erinnerungsbruchstücke vermute ich den Ort unserer Sommerfrische noch in der Bucht, an der Ebeltoft liegt und fahre deshalb - mehr auf gut Glück - nach Süden an der Küste entlang auf schmalen Waldwegen durch ein größeres Forstgebiet. Jetzt um die Mittagzeit wird mir bald ganz schön warm und erst jetzt merke ich, dass ich meine Badesachen vergessen habe. Wie ärgerlich, denn nach einer guten Stunde kreuz und quer durch das Wäldchen komme ich zu dem ersten Badestrand des heutigen Tages, wo wegen der Urlaubzeit natürlich viele Familien mit Kindern sind. Der ungefähr 100 Meter breite Sandstrand mit der dünenartigen, mit Krüppelkiefern bestandenen, nicht zu hohen Böschung zum Weg kommt mir schon sehr vertraut vor. Entlang den typischen skandinavischen Ferienhäusern - die aber alle in den letzten 30 Jahren gebaut sind - geht es unter Birken und Kiefern weiter auf einem Sandweg, bis dieser endlich asphaltiert ist und die Häuser jetzt größer und älter werden. Als sich linker Hand ein Strandparkplatz mit einem wohl schon viele Jahre aufgegebenen Kiosk öffnet, ist dieses Gefühl von "schon einmal hier gewesen zu sein" plötzlich ganz stark und ich folge der Abzweigung ungefähr einhundert Meter bis zu einem großen Eckhaus und bin sicher: dies war die Pension, wo wir 1966 im Urlaub waren. Heute scheint es ein Privathaus zu sein, aber das Kinderferienlager auf der anderen Seite der Straße macht es mir leicht, sicher zu sein, dass ich mein Ziel gefunden habe.

Jetzt ist es aber erst halb zwei Uhr mittags und nach einer kurzen Schokoladentafel-Pause nutze ich den ganzen langen Nachmittag um mit dem geliehenen Fahrrad möglichst viele Strände entlang der Küste der Halbinsel von Djursland zu erforschen. Da besuche ich eine künstliche Yachthafenanlage hinter einer Schleuse mit zahllosen leerstehenden Ferienhäusern (wie überhaupt das ganze Land entlang der Küste von Bungalows zugebaut ist); ich finde wunderschöne, leere Strände mit herrlich weißem Sandstrand (hier kann ich auch ohne Sachen in der leichten Brandung baden); ich fahre über hügelige Feldwege zu versteckten Campingplätzen an einer imposanten Steilküste und vorbei an einem endlosen Kieselsteinstrand bis zu einem typischen Strandhotel mit Supermarkt und Bushaltestelle. Von hier geht es quer über die Halbinsel zurück zum Hafen, wo ich - nach ca. 60 km Fahrt - erschöpft und glücklich noch vor Sonnenuntergang ankomme.
Hier ist gerade der Eigner des 'Colin Archer ähnlichen' Bootes an Bord, neben dem ich gestern festgemacht hatte und wir kommen schnell ins Gespräch. Er war Bootsbauer im Museumshafen von Roskilde und weiß viel über alte Schiffe in Skandinavien und kennt sich auch mit englischen Smacks gut aus. Wegen einer Frau, so erzählt er, als wir bei Betty an Bord noch einen Schluck nehmen, ist er in die Nähe von Ebeltoft gezogen und hat nun nicht mehr genug Zeit, sich um sein Schiff zu kümmern. Eine recht traurige Geschichte, die ich auf dieser Reise immer wieder höre.

     

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